Juist-Stiftung setzte Tradition der Sommerkonzerte fort

Schon zum sechsten Mal konnte die Juist-Stiftung zu einem klassischen Gitarrenkonzert in der Katholischen Inselkirche einladen. Im aktuellen Programm „Serenata para Guitarra“ verbindet das Angenendt Guitar Duo (Tristan und Martina Angenendt) klassische Virtuosität mit romantischer Klangschönheit und modernen spanischen Klängen zu einem besonderen Konzerterlebnis mit mediterranem Flair.

Vor einem voll besetzten Kirchenraum (ca. 200 Gäste) – sogar die Empore wurde genutzt – begrüßte Georg Lang vom Vorstand der Bürgerstiftung am 28. September um 20.15 Uhr das Publikum und das Musiker-Duo. Das Konzert war ein technisch sehr anspruchsvolles Programm und wieder mal ein tolles Erlebnis.

Beim Publikum bedankte sich Georg Lang für Spenden, die beim Ausgang gesammelt wurden und er dankte auch Frau Dettmer herzlich, die diese Konzerttradition seitens der Kirche in gleicher Weise wie ihre Vorgängerin Frau Dr. Wachendorfer unterstützt.

Nur mit Spenden bei solchen Veranstaltungen oder auch bei sonstigen privaten Anlässen kann die Juist-Stiftung ihre Ziele auf Dauer realisieren. Spenden können auch online, beispielsweise über PayPal, erfolgen.

 

Und noch etwas ausführlicher zum Hintergrund des Gitarren-Programms: Aus Spanien kommend eroberte die Gitarre im 19. Jahrhundert die europäischen Konzertsäle im Sturm. Das aktuelle Programm des Angenendt Guitar Duo zeichnet den Weg der „Guitarra española“ als musikalische Zeitreise von der Romantik bis in die Moderne nach und verbindet dabei zwei Epochen, die als Goldene Zeitalter in der Geschichte der Gitarre gelten.

Anfang des 19. Jahrhunderts reisen erstmals virtuose Saitenkünstler wie Ferdinando Carulli (1770-1841) durch Europa, geben umjubelte Konzerte und machen die Gitarre auf dem ganzen Kontinent populär. Dabei werden dem Zeitgeist entsprechend insbesondere Bearbeitungen von bekannten Opernmelodien zur Mode. Besonders beliebt sind – damals wie heute – die Motive aus Gioacchino Rossinis (1792-1868) „Barbier von Sevilla“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwindet die Gitarre dann für einige Jahrzehnte von den Bühnen Europas. Gleichzeitig entwickeln spanische Komponisten einen eigenen, nationalen Stil, der traditionelle Elemente der Volksmusik und Folklore mit klassischer Musik verbindet. Zu den bedeutendsten Komponisten dieser Epoche zählt Isaac Albéniz (1860-1909), dessen Werke zwar ursprünglich für Klavier entstanden, heutzutage aber mehrheitlich in Bearbeitungen für Gitarre aufgeführt werden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die Gitarre dann eine Renaissance als Konzertinstrument, vorangetrieben von spanischen Gitarrenvirtuosen wie Miguel Llobet oder Andrés Segovia. Sie regten zahlreiche zeitgenössische Komponisten dazu an, für die Gitarre zu schreiben. Unter den spanischen Komponisten dieser Epoche ist insbesondere Joaquín Rodrigo (1901-1999) hervorzuheben, dessen „Tonadilla“ dem Duo Presti/Lagoya gewidmet ist. Von klassischer Virtuosität über romantische Klangschönheit bis zu modernen spanischen Klängen wird so in diesem Konzert alles geboten, was die Gitarre auszeichnet.

Text: Juist-Stiftung/Angenendt; Foto: Juist-Stiftung